Bügelei Schnittmuster und Nähanleitung

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Na, wer erinnert sich noch, was das Wichtigste beim Nähen ist?

Kleiner Tipp: es ist nicht die Nähmaschine.

Richtig, Bügeln 🙂

Wenn aus deiner Webware großartige, selbstgenähte Kleidung werden soll, dann richte dir in dein Nähzimmer eine gute Bügelstation ein. Warum und welche 7 Bügelhilfen du parat haben solltest, zeige ich dir in diesem Beitrag.

Nummer 1 auf der Liste ist ganz klar das Bügelei, dicht gefolgt von der Nahtrolle.

Bügelei *affiliate Link

Was das ist, warum du das brauchst und wie du dir ganz leicht selbst ein Bügelei nähen kannst erfährst du hier. Weiter unten findest du auch ein kostenloses Bügelei Schnittmuster, falls du keine Lust zum Zeichnen hast.

Was ist ein Bügelei?

Manchmal wird es auch Bügelschinken oder Bügelkissen genannt. Und das ist es im Grunde auch schon. Ein eierförmiges Kissen. Zusammen mit der Nahtrolle machen sie einen riesen Unterschied beim Endergebnis aus.

Und auch Anfänger, die gerade erst nähen lernen wollen, können sich gleich damit vertraut machen ? Warum erkläre ich dir jetzt.

Warum du unbedingt ein Bügelei brauchst

Lass uns mal einen Schritt zurück gehen. Unsere Körper sind dreidimensional. Wir haben Kurven und Rundungen. Die einen mehr, die anderen weniger, aber wirklich flach ist keiner von uns.

Und unsere Stoffe? Die sind definitiv flach. Damit aus ihnen Kleidung wird, die unseren Körper umhüllt, müssen wir ihnen eine Form geben. Das schaffen wir indem wir z. B. Abnäher nähen.

Genau. Der Sinn von Abnäher ist nicht uns zu nerven, sondern dem Stoff eine Form zu geben. Das ist ein bisschen wie bei den Partyhüten aus Pappe. Wir nehmen einen Teil raus und schon haben wir statt einem Kreis einen Kegel.

Und jetzt nehmen wir diese zarte neu geschaffene Form und legen Sie auf das flache, harte Bügelbrett. Als nächstes das Bügeleisen und wälzen mal so richtig schön drüber.

Huch, wo ist den unsere Form hin?? Tja, die hat sich verabschiedet.

Hätten wir doch bloß eine Bügelfläche, die nicht flach, sondern rund ist.

Ohhhhh….

Genau. Das Bügelei bieten mit seiner ovalen Form ganz viele Rundungen. Mit diesen kann man Abnäher und Nähte großartig ausbügeln.

Die Nahtrolle ist super praktisch, um die Naht an einem Schlauch, wie z. B. einem Ärmel zu Bügeln. Damit verhindert du, dass du in die unteren Lagen Falten reinbügelst.

Ein kleines Oster – Bügelei

Da Ostern vor der Tür steht, habe ich mir überlegt, ich zeige dir wie du ganz einfach dein Bügelei Schnittmuster selbst zeichnen kannst. Natürlich zeige ich dir in der Nähanleitung auch wie daraus ein fertiges Bügelei wird.

Das Schnittmuster ist ganz schnell fertig, aber falls du gerade keinen Stift zur Hand hast und eh lieber nur nähen möchtest, dann kannst du dir das Bügelei Schnittmuster auch einfach hier herunterladen ?

Falls du aber den Drucker lieber auslassen möchtest, dann schnapp dir einfach ein Blatt DIN A4 Papier und falte es der Länge nach zur Hälfte. Quer genügt es, wenn du an den offenen Kanten einen kleinen Falz in der Mitte machst. Von der Mitte markiere 4,5cm nach unten. An den Ecken zeichne im 45Grad Winkel eine Linie. Die obere sollte ungefähr 5,5cm lang sein. Die untere ungefähr 3cm.

Nun musst du nur noch alle Punkte miteinander verbinden.

Natürlich ist ein Kurvenlineal super, aber das geht auch ganz einfach frei Hand.

Für die Nahtrolle falte ein A4 Papier einmal quer und längs. Zeichne eine Linie 5cm von der gefalteten Kante. Von dieser Ecke zeichne wieder eine Linie im 45° Winkel die ungefährt 1,5cm lang ist. Runde diese Ecke ab. Hierzu kannst du einfach eine Untertasse nehmen 🙂

Nur noch ausschneiden und fertig ist das Schnittmuster für Bügelei und Nahtrolle 🙂 Easy, oder?

Welche Materialien braucht man für das Bügelei?

✁ Du brauchst Stoff der Hitze gut verträgt, da er davon einiges abbekommen wird.

Geeignet sind 100% Baumwolle und Wolle. Für dieses Tutorial habe ich einen Proberock zerschnitten, den ich zuvor aus einem aussortierten Bettlaken gemacht hatte. Meine Art des Upcycling ?

Der Karostoff ist ein Stück aus meiner Restekiste und passt wunderbar dazu. Da er etwas weicher ist habe ich aus der festeren Baumwolle zwei Lagen zugeschnitten.

✁ Für die Füllung nehme ich Sägespäne, du kannst aber auch Stoffreste klein schneiden.

Mein allererstes Kissen hatte ich mit Stoffresten gefüllt. Das war zumindest der Plan, da ich die anderen in diversen Foren vorgeschlagenen Materialien nicht daheim hatte. Außerdem erschien mir das eine gute Option Reste zu verwerten.

Das Problem ist nur, dass in so ein Kissen unfassbar viel reinpasst. Ich dachte, ich hätte viele Stoffreste, aber es reichte vorne und hinten nicht.

Also fing ich an größere Stücke zu verschnippeln. Aber immer noch halb leer. Außerdem hatte das Kissen überall kleine Dellen und naja…  Stoffreste waren irgendwie nicht perfekt, aber das Kissen hat trotzdem gute Arbeit geleistet.

Das nächste Kissen hatte ich mit Sägespäne befüllt und auch das erfüllt seit knapp 4 Jahren seinen Zweck. Es ist immer noch gut prall und insgesamt schöner.

Für dieses Tutorial benutze ich also wieder Sägespäne. Ich nehme an Tierstreu  ist genauso gut.

Bügelei und Nahtrolle Nähanleitung

Lege die Lagen rechts auf rechts aufeinander und nähe einmal herum. Wegen den Rundungen genügen hier auch 0.5cm Nahtzugabe.

Stofflagen rechts auf rechts zusammenlegen
Stofflagen rechts auf rechts zusammenlegen

Lass eine etwa 5-10cm große Wendeöffnung offen. Ich markiere mir das Ende der Naht immer mit zwei Stecknadel. So weiß ich, dass ich an der Stelle aufhören muss zu nähen.

Jetzt musst du das ganz nur noch nach außen wenden und bügelst gleich nochmal drüber 🙂

Je größer die Öffnung, umso leichter geht das Befüllen, aber umso mehr musst du auch von Hand wieder schließen.

Das Befüllen dauert am längsten (und macht am wenigsten Spaß ?) Immer, wenn du denkst das Kissen ist voll, drück nochmal nach und plötzlich stellst du fest, dass das halbe Kissen noch leer ist.

Wenn du denkst, das Kissen ist jetzt genug voll, leg es auf die Seite und mach dir ‘nen Kaffee. Ich garantiere dir, wenn du von der Pause zurück kommst, wirst du feststellen, dass da noch was geht.

Das Kissen sollte wirklich gut gefüllt werden, da du nur so die Rundungen bekommst und es dem Bügeldruck stand hält.

Wenn dann irgendwann der magische Moment gekommen ist und das Kissen tatsächlich voll ist, brauchst du nur noch die Wende Öffnung zu schließen.

Am besten sicherst du die Stelle mit ein paar Stecknadeln. So hast du die Hände frei und kannst das Kissen mit einem einfachen Leiterstich schließen.

Und fertig sind deine neuen besten Freunde 🙂

Mit der Fuselrolle lassen sich Spanreste ganz leicht entfernen.

Kurzgesagt

Du brauchst ein Schnittmuster, dass du entweder selbst zeichnest oder hier herunterlädst. Etwas Stoff und Füllmaterial.

Nähe die Stofflagen rechts auf rechts aufeinander und lasse eine kleine Wendeöffnung offen.

Befülle das Ganze mit deinem Füllmaterial und schließe die Wendeöffnung von Hand.

Fertig! 😀

Du wirst sehen, das Bügelei wird deine selbstgenähte Kleidung extrem aufbessern. Egal ob Nähanfänger oder Fortgeschrittener. Du kannst davon nur profitieren 🙂

Mir dem Bügelei habe ich auch die Abnäher bei meinen Rock Alexandra gebügelt 🙂

Welches Bügelhilfe benutzt du noch gerne? Schreib es mir doch in die Kommentar 🙂

Mit diesem Beitrag nehme ich auch an der Linkparty von Handmadeontuesday teil 🙂

Näh was Schönes,

deine Éva

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