Wie aus 30x30cm Stoff über 3m Schrägband wird

Wie aus 30x30cm Stoff über 3m Schrägband wird

Wenn du noch nie mit Schrägband gearbeitet hast, wird es jetzt Zeit. In diesem Beitrag erfährst du, was es ist, wie du es selber herstellst und am Ende des Beitrags findest du einen super praktischen Online Kalkulator, damit auch kein Zentimeter kostbarer Stoff verloren geht. Mit diesem kannst du ganz einfach ausrechnen, wieviel Stoff du für dein nächstes Schrägband-Projekt brauchst. Los geht’s 🙂

Kennst du schon Schrägband?

Schrägband ist nichts weiter als ein Streifen Stoff der im 45° Winkel zum Fadenlauf zugeschnitten wird. Da der Stoff genau in diese Richtung am meisten eigenen Stretch hat, schmiegt er sich herrlich um runde Kanten. Fast wie meine Katze, wenn sie Slalom um meine Beine läuft 🙂

Danach wird der Streifen so gebügelt, dass die äußeren Schnittkanten in der Mitte liegen. Dadurch wird der Streifen natürlich schmäler, achte also schon beim Zuschnitt darauf den Stoff breiter zuzuschneiden, als die endgültige Breite.

Schrägband gibt es eigentlich in allen Farben des Regenbogens (und noch viel mehr), aber falls du eben genau die Farbe, das Material oder die Breite die du suchst nicht findest, kannst du es auch sehr leicht selber machen.

Du weißt ja schon, dass du nur einmal schräg, genauer gesagt im 45° Winkel in deinen Stoff schneiden musst. Aber wirklich ökonomisch ist das ja nicht.

Aus einem 1,40m breiten Stoff kannst du maximal einen Streifen von ungfähr 1,25m zuschneiden. Und das auch nur, wenn du 1,40m Länge zur Verfügung hast. Das klingt erstmal viel, aber für viele Projekte reicht es trotzdem nicht. Und ausserdem passen wahrscheinlich viele andere Teile gar nicht mehr auf den Stoff, nachdem er einmal quer durch zerschnitten wurde.

Wie die Schrägbandspirale deine Stoffreste rettet

Viel günstiger ist es, wenn wir stattdessen eine Schrägbandspirale machen.

Dazu brauchen wir auch gar nicht viel. Nur ein Quadrat. Sagen wir 30x30cm.

Damit du auch wirklich Schrägband bekommst, solltest du nochmal überprüfen ob der Fadenlauf gerade oder evt. verzogen ist. Wie das geht, verrate ich dir im Beitrag Fadenlauf erkennen.

Als Nächstes schneide einmal quer durch dein Quadrat. Du hast jetzt zwei Dreiecke.

Damit wir möglichst viele Streifen bekommen, werden wir diese wieder zusammen nähen, aber so, dass wir ein Parallelogramm bekommen.

Nimm dazu einfach das linke Dreieck und schiebe es nach rechts bis die äußeren Schnittkanten aufeinandertreffen. Lege die Kanten rechts auf rechts und nähe die Dreiecke zusammen. Verschiebe die Teile nach oben, bzw. unten, bis sie sich 0,5cm von der Kante treffen. Das ist die Nahtzugabe. Wenn du das nicht machst, hast du nacher an dieser Stelle eine kleine Stufe.

Schrägband-dreiecke-zusammen-nähen

Als Nächstes bügele die Nahtzugabe auseinander. Jetzt kannst du deine Streifen in der gewünschten Breite einzeichnen. Das hier sind typische Breiten:

Zuschnitt12mm24mm36mm50mm
nach dem Bügeln6mm12mm18mm25mm
fertige Breite3mm6mm9mm12mm
Schrägband selber machen
Streifenbreite einzeichnen

Drehe das Parallelogramm um und falte jeweils die spitze zur stumpfen Ecke. Die aufgezeichneten Linien sollten jetzt exakt aufeinander treffen. Damit wir aber eine Spirale bekommen, versetze die Linien um einen Streifen.

Schrägband selber machen
Falte die spitze zur stumpfen Ecke
Spirale um einen Streifen versetzt zusammenlegen
Versetze die Spirale um einen Streifen

Diese Seite muss ebenfalls zusammen genäht werden. Am Besten sicherst du die Streifen mit einer Stecknadel, aber vergiss deine 0,5cm Nahtzugabe nicht.

Nahtzugaben beachten

Die Naht muss ebenfalls auseinander gebügelt werden. Das geht ganz gut über einer Nahtrolle. Mehr Infos zur Nathrolle findest du auch in meinem Beitrag zu den wichtigsten 7 Bügeltools.

Schrägband Nähte auseinander bügeln

Jetzt kommt meine Lieblingsstelle. Einfach mit der Schere den Streifen von der Spirale abschneiden und schon hast du über 3m Schrägstreifen am Stück 😀 Genial, oder?

Schrägband-Spirale-abschneiden

Den kannst du jetzt so lassen oder noch durch einen Schrägbandformer ziehen. Ich persönlich habe diesen hier* und bin damit auch zufrieden. Natürlich kannst du das Band auch formen in dem du es einfach von Hand bügelst.

SChrägbandformer

Der Schrägstreifen eignet sich übrigens auch super für Paspeln.

Hier nochmal die Schritte im Schnelldurchlauf 🙂

Ziemlich cool, oder?

Diese Methode ist übrigens keinesfalls neu. In meinem Lieblingsnähbuch „Schneidere selbst“ von Lieselotte Kunder wird die Methode auch gezeigt. Und das schon in der 1. Auflage von 1959 🙂

Schrägstreifen-Spirale in Schneide Selbst von Liselotte Kunder
Schrägstreifen-Spirale in Schneidere Selbst von Liselotte Kunde

Überhaupt ein großartiges Buch. Wenn du möchtest, stelle ich es dir gerne mal vor. Schreib mir einfach in die Kommentare, ob Interesse besteht 😉

Schrägbandrechner

Irgendwann habe ich dann mal bei Natron und Soda den SchrägbandOMat entdeck. Ein online Rechner, in den du nur noch eingeben brauchtest, wieviel Schrägband du möchtest und schon hast du gewusst wie groß dein Ausgangsquadrat sein soll.

Da aber die Seite leider nicht mehr betrieben wird, ich diesen Rechner aber einfach genial finde, habe ich uns einen für Stitch’n’Study gemacht 😀

Du kannst entweder ausrechnen wieviel Schrägband du aus deinem vorhanden Quadrat machen kannst oder eben wie groß ein Quadrat sein muss um eine bestimmte Länge an Schrägband zu erhalten.

Wie findest du’s?

Übrigens, bei meinem neuen Schnitt kommt dann der Schrägstreifen zum Einsatz. Wenn du nicht verpassen willst, was daraus wird, dann abonniere doch meinen Blog. Du verpasst so keinen Beitrag, Rabattaktion auf meine Schnitte und das Schnittmuster zur Magic Pouch liefere ich dir auch gleich in die Mailbox 🙂

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Viel Spass damit.

Näh was Schönes,

deine Éva

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